Andres Condon

NAVINO CONDON

Mojud

Der Mann mit dem unerklärlichen Leben

Eine traditionelle Sufi-Geschichte kommentiert von

Mojuds Geschichte

Wenn man an das Unmögliche glaubt, wird das Unmögliche möglich

Jeder Mensch ist vielversprechend, denn wir alle tragen Gott als unser höchstes Erblühen in uns

Der äußere Meister hilft, den inneren Meister zu verstehen

Dem Strom des Bewusstseins folgen
Den Weg des Vertrauens gehen
Weisheit offenbart sich einfach
Das Leben selbst wird zum Lehrer
Göttlichkeit ist nichts Besonderes

MOJUD DER MANN MIT DEM UNERKLÄRLICHEN LEBEN

Khidr ... in schimmerndes Grün gehüllt
Es war einmal ein Mann namens Mojud.
Er lebte in einer Stadt,
wo er den Posten eines kleinen
Beamten innehatte, und es schien ganz so, als würde er das Ende seiner Tage
als Inspektor für Maße und Gewichte verbringen.
Eines Tages, als er durch die Gärten eines alten Anwesens, unweit von seinem Haus spazierte, erschien im Khidr, der geheimnisvolle Meister der Sufis –
in schimmerndes Grün gehüllt.
Khidr sagte: „Verheißungsvoller Mensch! Gib deine Arbeit auf und triff mich in drei Tagen, unten am Fluss.“
Daraufhin verschwand er.

MOJUD DER MANN MIT DEM UNERKLÄRLICHEN LEBEN

„Zerreiße deine Kleider und springe in den Fluss ...
Voller Beklommenheit ging Mojud zu
seinem Vorgesetzten und sagte, er müsse gehen. Schon bald wussten alle in der Stadt davon und sagten: „Armer Mojud. Er muss verrückt sein!“
Weil sich aber viele Bewerber für seine Stelle meldeten, hatten sie ihn schon bald vergessen.
Am verabredeten Tag traf sich Mojud mit Khidr, der zu ihm sagte: „Zerreiße deine Kleider und springe in den Fluss. Vielleicht wird dich jemand retten.“
Mojud tat, wie ihm geheißen, obgleich auch er sich fragte,
ob er nicht verrückt geworden sei.

MOJUD DER MANN MIT DEM UNERKLÄRLICHEN LEBEN

Ein Fischer zog ihn in sein Boot ...
Weil er aber schwimmen konnte,
ertrank er nicht, sondern trieb lange dahin, bis ihn schließlich ein Fischer in sein Boot zog und meinte: „Du Narr! Die Strömung ist so stark – was machst du da?“
Mojud sagte: „Ich weiß es nicht.“
„Du bist verrückt“, sagte der Fischer, „aber ich will dir Unterschlupf in meiner Schilfhütte geben, dort drüben am Ufer. Mal sehen, was ich für dich tun kann.“

MOJUD DER MANN MIT DEM UNERKLÄRLICHEN LEBEN

... und nahm ihn in seine Schilfhütte mit.
Als er herausfand, dass Mojud gebildet war, lernte er von ihm lesen und schreiben. Dafür bekam Mojud sein Essen und
half dem Fischer bei der Arbeit.
Nach ein paar Monaten erschien Khidr von Neuem, diesmal am Fußende von Mojuds Bett, und sagte: „Steh jetzt auf und verlasse den Fischer. Es wird für dich gesorgt werden.“
Mojud verließ die Hütte unverzüglich.
Als Fischer gekleidet wanderte er umher, bis er zu einer Landstraße gelangte.

MOJUD DER MANN MIT DEM UNERKLÄRLICHEN LEBEN

Als der Morgen dämmerte, sah er einen Bauern ...
Als der Morgen dämmerte, sah er einen Bauern auf einem Esel, der zum Markt unterwegs war. „Suchst du Arbeit?“, fragte der Bauer, „ich brauche jemanden, der mir hilft, ein paar Einkäufe nach Hause zu tragen.“
Mojud folgte ihm. Er arbeitete fast zwei Jahre lang für den Bauern und lernte in dieser Zeit zwar manches über Landwirtschaft, aber sonst nicht viel.
Eines Nachmittags, als er gerade Wolle bündelte, erschien ihm Khidr und sagte: „Gib diese Arbeit auf, geh zur Stadt Mosul und verwende deine Ersparnisse, um Fellhändler zu werden.“
Mojud gehorchte.

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